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Speicherheizungen

Speicherheizung

Speicherheizgeräte oder auch Nachtspeicher-Heizungen sind in zahlreichen Bestands - Immobilien zu finden. Oft wurden diese Geräte von Energieversorgern angeboten, die durch günstige Nachttarife Kunden gebunden haben. Diese Speicherheizgeräte sind allerdings aus verschiedenen Gründen bedenklich.

Aus energetischer Sicht sind die Geräte ungünstig, da beim Heizen mit Strom im Vergleich zu direkter Verbrennung (Gas, Öl, Kohle) ein Wirkungsgrad von unter 30% erreicht wird. Beim Heizen mit Strom wird also mehr als 3x soviel Energie verbraucht als z.B. beim Heizen mit einer Gasheizung. Es wird also auch rund 3x soviel CO2 erzeugt. Immerhin entfallen immer noch über 4% des gesamten deutschen Strombedarfs auf Nachtspeicherheizungen [3].

Aber auch bei den Betriebskosten schneiden Speicherheizungen inzwischen nicht günstiger ab als eine moderne Gasheizung. Denn inzwischen erhalten Sie Gas für etwa 9 ct/kWh, während Strom etwa bei 18 ct/kWh liegt.

Zur Temperaturregelung sind in einigen Modellen Ventilatoren enthalten. Dadurch werden vom Boden Staubpartikel angesaugt und über die Warmluft im gesamten Raum verteilt. Die Belastung durch allergene Stoffe ist bei solchen Heizungen deutlich erhöht.

Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen nach EnEV

EnEV

Nach der Energieeinsparverordnung für Gebäude EnEV 2009 §10a dürfen Speicherheizungen die vor 1990 eingebaut wurden nicht mehr nach 2020 betrieben werden. Ältere Speicherheizungen müssen also in den kommenden Jahren demontiert werden. Speicherheizungen die ab 1990 in Betrieb genommen wurden dürfen insgesamt 30 Jahre betrieben werden und müssen dann demontiert werden. Es gelten allerdings einige Außnahmeregelungen [1].

Gesundheitsgefährdung durch Asbest

Zahlreiche Geräte mit Baujahr vor 1984 enthalten Asbest. Auch zur Montage und zur Wandisolation dieser Geräte wurden oft Asbestplatten verwendet. Zu einem geringen Teil wird durch die Heizung Asbest an die Raumluft abgegeben, dabei werden die abgegebenen Menge von mehreren Seiten als gesundheitlich unbedenklich angesehen.

Allerdings ist insbesondere bei der Demontage von Nachtspeicherheizungen zuerst zu prüfen, ob Asbest enthalten sind. In der sogenannten "Speicherheizungsdatei" ist für über 5000 Modelle aufgeführt, in welchem Umfang Asbest verwendet wurde. Vor einer Demontage sollte diese Abfrage auf alle Fälle durchgeführt werden.

Asbest

Asbesthaltige Speicherheizungen müssen den gesetzlichen Regelungen entsprechend von Fachunternehmen entsorgt werden [2]. Demontieren Sie diese Geräte auf keinen Fall selbst.

Für einen ersten Überblick sind in der nachfolgenden Tabelle einige asbesthaltige Nachtspeicher zusammengefasst.

Hersteller Typ, Baujahr
ACEC alle bis 1971
AEG alle bis 1974, außer 120 F - 360 F, 80 DF - 300 DF
Bauknecht, Thermotechnik alle bis Mitte 1976
BBC alle
Buderus alle bis 1975
Conti-Elektro alle (bis 1971)
Elektrolux alle bis 1976
Juno alle bis 1975
Klöckner alle bis Mitte 1976
Küppersbusch alle bis 1976
Malag einige Modelle bis 1969
Maybaum alle
Neff alle
Olsberg alle bis Mitte 1975
Siemens HR, HV, 2NV3, 2NV5, 2NV7 bis 1972, 2 NF1, 2NF3, 2NF5, 2NV1 bis 1971, Permatherm D bis 1975
Stiebel Eltron alle bis Oktober 1973, ETT bis 1976, ETS und ETW weitgehend asbestfrei
Technotherm alle bis 1973
Vaillant alle bis 1976
Witte alle bis 1976
Zanker-Forbachalle bis 1977

Quellen: EVS-Rundschreiben 1990, TÜV-Zusammenstellung 1990

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